Museum De Lakenhal

Oude Singel 28 2312 RA LEIDEN

Das Museum De Lakenhal ist in einem Gebäude aus dem Jahr 1640 untergebracht, der von Arent van 's-Gravesande entworfen wurde. De Lakenhal wurde bereits 1874 als Museum eröffnet. Zwischen 1640 und 1800 spielte das Gebäude jedoch eine zentrale Rolle in der Tuchindustrie. Hier wurden die berühmten Stoffe aus Leiden geprüft und hier trafen sich auch die Gouverneure und die Staalmeesters (Tuchprüfer) der Tuchmacherzunft. Die Tuchhändler lieferten die Stoffballen auf dem Vorplatz ab, wo sie von den Staalmeesters geprüft wurden. Im großen Gildezaal (Zunftsaal), auch als Grote Pers bezeichnet, wurden die Ballen als Gütezeichen mit einem Bleisiegel versehen. Tuch aus Leiden wurde in die gesamte Welt geliefert; man hat Tuchblei aus Leiden in Indonesien, Südafrika und Amerika gefunden.

An der Fassade von De Lakenhal wurden zahlreiche Verzierungen angebracht, die an die Tuchindustrie erinnern. Die fünf Reliefs zeigen verschiedene Phasen der Wollverarbeitung. Über dem Eingangstor steht eine Walkmühle. Diese wurde zum Walken (Schrumpfen und Filzen) des Stoffes verwendet. Die Tuchrollen und Wollballen verweisen ebenfalls auf die Tuchindustrie. Die Tuchindustrie musste nach 1800 der industriellen Textilfertigung weichen.
Die historische Sammlung birgt Erinnerungen an die Tuchindustrie der Stadt Leiden. Darüber hinaus wird die Geschichte Leidens dargestellt. Die Gemäldesammlung umfasst unter anderem das berühmte Tryptichon Het Laatste Oordeel (Das letzte Urteil) von Lucas van Leyden (1527) und frühe Werke des in Leiden geborenen Malers Rembrandt van Rijn.

Das kleine Tor links vom Haupteingang ist aus dem Jahr 1560 und stammt vom Anwesen der Gerberei (zeemtouwerij) von Van der Werf am Lege Werfsteeg. Ab 1883 bot dieses kleine Tor von De Lakenhal aus Zugang zur Hausmeisterwohnung am Oude Singel 30. Dieses Gebäude wurde 1931 abgerissen, als dem Hausmeister das Gebäude am Oude Singel 28 als Wohnung zur Verfügung gestellt wurde. Da erhielt das Van der Werfpoortje seinen heutigen Platz und seine Funktion als Zugang zur Brandgasse, der hier angelegt wurde.